Media4Deaf

Media4Deaf ist ein Erasmus+-Projekt, das vom 1. September 2024 bis zum 30. November 2026 läuft. Vier Organisationen aus Schweden, den Niederlanden, der Slowakei und Deutschland entwickeln darin gemeinsam ein Ausbildungsprogramm für junge taube Menschen im Bereich Medien. Es richtet sich an taube und schwerhörige Menschen zwischen 15 und 30 Jahren, die Gebärdensprache nutzen. Das Projekt wird von der Europäischen Union kofinanziert.

Ziel des Projekts

Behörden und öffentliche Stellen brauchen Inhalte in Gebärdensprache, zum Beispiel für ihre Websites nach den Vorgaben der BITV 2.0. Dafür braucht es gut ausgebildete Gebärdensprachdarstellende vor der Kamera. Media4Deaf investiert gezielt in diese Ausbildung.

Junge taube Menschen lernen, sicher vor der Kamera aufzutreten und geschriebene Texte in Gebärdensprache zu übertragen. Gerade bei Artikeln aus der Schriftsprache stoßen taube Jugendliche oft auf Hürden, weil es kaum strukturierte Schulungen gibt. Das Projekt hat dafür einen eigenen Lehrplan entwickelt.

Eine junge taube Frau gebärdet vor einer Kamera im Studio mit Greenscreen. Ein Trainer mit Tablet steht daneben.
Ein internationales Team unterhält sich am Tisch in Gebärdensprache. Auf einem Bildschirm sind drei weitere Personen per Videocall zugeschaltet, an der Wand hängt eine Europakarte.

Die Partnerorganisationen

Die Projektkoordination liegt bei Teckenbro in Schweden. Partner sind DeafStudio aus der Slowakei, Turkoois aus den Niederlanden und manua aus Deutschland. Alle vier Organisationen gehören zur Initiative Deaf Journalism Europe.

Teckenbro (Schweden): Projektkoordination sowie Aufbau und Pflege der Projektwebsite
manua (Deutschland): Entwicklung der Schulungsmaterialien und visuelles Erscheinungsbild des Projekts
DeafStudio (Slowakei): Medienproduktion und Evaluation, außerdem Organisation der Workshops
Turkoois (Niederlande): Verbreitung der Ergebnisse über Social Media und Maßnahmen zur Nachhaltigkeit

Alle Schulungsmaterialien kostenfrei nutzen

Die Ergebnisse von Media4Deaf stehen kostenfrei auf der Projektwebsite zur Verfügung. Dazu gehören barrierefreie Schulungsmaterialien, Lernvideos und Social-Media-Inhalte.

Jugendorganisationen und Bildungseinrichtungen können die Materialien für eigene Schulungen nutzen, ebenso einzelne Fachkräfte. Sie sind für den Einsatz über die Projektlaufzeit hinaus und in ganz Europa gedacht.

Ein Laptop zeigt eine Lernplattform mit Gebärdensprachvideos. Daneben stehen ein Smartphone mit einem Gebärdensprachclip, Bücher und eine Kaffeetasse.

Inhalte der Schulung

Der Lehrplan reicht von Präsentationstechniken bis zur Veröffentlichung fertiger Beiträge. Er umfasst unter anderem:

Sicheres Auftreten und Präsentieren vor der Kamera
Übertragung von Texten aus der Schriftsprache in Gebärdensprache
Grundlagen der digitalen Medienproduktion
Verbreitung eigener Inhalte über Online-Kanäle

Projektverlauf

Neben mehreren internationalen Treffen fanden regelmäßig Online-Meetings statt. Die wichtigsten Stationen:

1. September 2024: Projektstart
Learning, Teaching and Training Activities (LTTA) in Bratislava: fünftägige Schulung vor Ort, Test und Überarbeitung der Materialien
Pilot Training in Berlin: Erprobung mit tauben Jugendlichen und Fachkräften der Jugendarbeit
10. Juni 2026: Projekttreffen in Groningen (Niederlande)
28. August 2026: Multiplier-Event in Berlin
30. November 2026: Projektende

Die Rolle von manua

manua hat im Projekt die Schulungsmaterialien entwickelt und das grafische Design gestaltet. In Berlin fand das Pilot Training statt, bei dem taube Jugendliche und Fachkräfte der Jugendarbeit die Materialien erprobt haben. Ihre Rückmeldungen flossen direkt in die Überarbeitung ein.

Beim Multiplier-Event am 28. August 2026 in Berlin stellten die Partnerorganisationen die Ergebnisse der Fachöffentlichkeit vor. Neben den Schulungsmaterialien und der Website ging es um die Erfahrungen aus der internationalen Zusammenarbeit.

Das Projekt ist eng mit unserer täglichen Arbeit verbunden. Wir produzieren Gebärdensprachvideos nach BITV 2.0 und wissen, wie viel von gut ausgebildeten tauben Darstellenden vor der Kamera abhängt.

Workshop in Berlin mit Blick auf den Fernsehturm. Eine junge Person gebärdet vor einer Kamera, am Tisch geben taube Jugendliche mit Arbeitsblättern und Tablet Rückmeldung in Gebärdensprache.

Kofinanziert von der Europäischen Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorinnen und Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.

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