Deaf Journalism Europe (DJE) war ein Projekt im Programm Kreatives Europa der Europäischen Union. Es lief vom 1. Juni 2023 bis zum 31. Mai 2025. Sechs Medienorganisationen aus sechs europäischen Ländern haben darin zusammengearbeitet, alle geführt von tauben Menschen. Gemeinsam haben sie Journalismus in Gebärdensprache gestärkt und ein europäisches Netzwerk tauber Medienschaffender aufgebaut. Die Projektkosten lagen bei rund 1,3 Millionen Euro, 80 Prozent davon hat die Europäische Union finanziert.
Ziel des Projekts
Taube Menschen finden kaum Nachrichten in ihrer eigenen Sprache. Und wenn über die Gebärdensprachgemeinschaft berichtet wird, geschieht das meist ohne sie. Deaf Journalism Europe wollte das ändern.
Das Projekt hat Nachrichten in den nationalen Gebärdensprachen produziert und journalistische Standards für taube Zielgruppen entwickelt. Dazu kamen Lernmaterialien für eine neue Generation tauber Journalistinnen und Journalisten. Außerdem haben die Partnerorganisationen Geschäftsmodelle für taube Medienhäuser erarbeitet, damit diese auch nach Projektende finanziell bestehen können.


Die Partnerorganisationen
Die Projektkoordination lag bei Turkoois in Groningen. Zum Konsortium gehörten Medienorganisationen, die seit vielen Jahren Informationsvideos für taube, schwerhörige und hörende Menschen produzieren. Alle betreiben eigene Nachrichtenangebote in Gebärdensprache.
Nachrichten in sechs Gebärdensprachen
Die Partner haben Nachrichten in der Niederländischen, Flämischen, Französischen, Slowakischen, Schwedischen und Deutschen Gebärdensprache veröffentlicht. Bei manua erscheinen sie auf Taubenschlag.
Auf der Projektwebsite sind weiterhin Artikel und Reportagen aus ganz Europa abrufbar. Dort finden sich auch Lernmaterialien und ein Toolkit für taube Medienschaffende.

Schwerpunkte
Das Projekt hat an vier Stellen angesetzt:
Grundsätze
Für die gemeinsame Arbeit haben die Partner fünf Grundsätze festgelegt:
Die Rolle von manua
manua hat mit Taubenschlag das deutsche Nachrichtenangebot des Projekts gestellt. Die Beiträge erscheinen in Deutscher Gebärdensprache und auf Deutsch, auf der Website und auf Instagram.
Durch den Austausch mit den anderen Redaktionen sind gemeinsame Recherchen und Reportagen entstanden. Die Erfahrung fließt in unsere tägliche Arbeit ein, denn wir produzieren Gebärdensprachvideos für Behörden, Unternehmen und die Community.
„Als marginalisierte Menschen hatten wir bisher Schwierigkeiten, journalistische Plattformen aufzubauen, zu betreiben und auch zu finanzieren, die speziell auf die Bedürfnisse von tauben Menschen zugeschnitten sind. Umso mehr freue ich mich über die Möglichkeit, mit europäischen Partnern zusammenzuarbeiten, um das journalistische Feld europaweit zu erweitern.“
Benedikt J. Sequeira Gerardo, Geschäftsführer der manua GmbH, zum Projektstart

Kofinanziert von der Europäischen Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorinnen und Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.
