Optimale Textgestaltung für die Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache

Taube Menschen nehmen die deutsche Sprache primär visuell auf, in der Regel zunächst durch Lesen. Im Gegensatz zu Hörenden, die die Sprache oft durch Zuhören und Kommunizieren erlernen, haben taube Menschen diese Möglichkeit nicht. Daher haben sich Gebärdensprachen auf natürliche Weise entwickelt und werden bereits von tauben Kindern von Anfang an erworben. Dennoch gibt es auch heute noch Hindernisse und Diskriminierungen beim Erlernen von Gebärdensprachen, was einer der Gründe dafür ist, dass viele taube Menschen Schwierigkeiten haben, andere Sprachen wie Deutsch zu erlernen und zu verstehen.

Wenn taube Menschen jedoch die Möglichkeit haben, Gebärdensprachen zu erlernen und entsprechend gefördert werden, können sie auch die deutsche Sprache sehr gut beherrschen. Deutsche Texte stellen für taube und auch taubblinde Menschen oft als Barrieren dar. Um ihnen Zugang zur Gesellschaft zu ermöglichen, bieten wir Übersetzungen in die Deutsche Gebärdensprache an.

Wichtige Aspekte, die für die Optimierung der Verständlichkeit für taube und taubblinde Menschen entscheidend sind, werden hier vorgestellt:

Fachbegriffe kurz erklären

Aufgrund von Sprachbarrieren und Diskriminierung im Bildungsbereich sind viele Fachbegriffe für taube Menschen oft unzugänglich. Wenn ein Fachbegriff im Text verwendet wird, den die meisten hörenden Menschen verstehen würden, ohne dass eine Erklärung folgt, stehen Übersetzende vor einer Herausforderung. Um den Lesefluss nicht zu stören, empfehlen wir, Fachbegriffe im Text direkt und kurz zu erklären. Dies vermeidet lange Untertitelzeilen und erleichtert das Verständnis.

Komm schnell auf den Punkt

Taube Menschen sind tagtäglich mit Sprachbarrieren und Kommunikationsproblemen konfrontiert und verstehen oft Inhalte nicht sofort. Sie bevorzugen daher klare und direkte Kommunikation. Es ist vorteilhaft, im Text schnell zum Hauptpunkt zu kommen und diesen anschließend zu erläutern. Texte, die erst umfangreiche Hintergrundinformationen liefern, bevor sie zur Kernaussage kommen, können für die taube Zielgruppe anstrengend sein.

Möglichst kurze Texte

Durch die Informationsflut im Medienbereich sinkt die Aufmerksamkeitsspanne auch bei tauben Menschen. Daher wollen sich taube Menschen nicht lange Videos anschauen. Kürzere Videos kommen besser an, was auch allgemein kostensparend ist. Pro Video maximal 7 Minuten. Wörterzahl daher maximal 500 Wörter.

Aufteilung des Textinhalts

Wenn ein Text nicht vernünftig auf 500 Wörter gekürzt werden kann, insbesondere wenn es sich um Inhalte mit hoher Informationsdichte handelt, ist es sinnvoll, den Gesamtinhalt auf mehrere Videos aufzuteilen. Verschiedene wichtige Informationen, die nicht einfach gekürzt werden können, sollten in einzelnen Videos pro Textabschnitt verpackt werden. Dies ermöglicht eine klarere Vermittlung der Inhalte und erleichtert den tauben Zuschauenden das Verständnis der einzelnen Themen.

Weitere Fragen und Antworten

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