Die Geschichte und Bedeutung von Gebärdensprachvideos

Gebärdensprachvideos gibt es bereits seit über 100 Jahren. Ein bekanntes Beispiel ist das US-amerikanische Video „Preservation of the Sign Language“ von 1913 mit George William Veditz. Die Möglichkeit, dass taube Menschen sich direkt in Gebärdensprachen im Medienbereich austauschen können, ist technischen Fortschritten zu verdanken. Soziale Medien ermöglichen es, einfach Videos aufzunehmen und zu verschicken. Direkte Kommunikation per Video ist seit etwa 20 Jahren möglich; vorher war dies nur per Fax und Schreibtelefon in schriftlicher Form möglich, was eine Barriere für taube Menschen darstellte.

Die Pionierarbeit von Christine Linnartz

1999 hatte die taube Sozialarbeiterin Christine Linnartz die Idee, Übersetzungen in die Deutsche Gebärdensprache (DGS) aufzuzeichnen und Filme zu produzieren. Ihre Arbeit und Motivation wurden am 13. Januar 2007 in der Sendung „Sehen statt Hören“ porträtiert. Sie berichtete, dass sie in ihrem früheren Job häufig die gleichen Fragen gestellt bekam und dadurch das Gefühl hatte, wie ein „Videorekorder“ Standardantworten zu geben. Dies führte zu ihrer Idee, Standardinformationen zu Standardthemen für Gehörlose in Gebärdensprache als Film zu produzieren, um die Schwierigkeiten zu umgehen, die Gehörlose beim Verstehen komplexer Texte haben.

Wechsel zu Syrius und Zusammenarbeit mit Aktion Mensch

Um ihre Idee umzusetzen, wechselte Linnartz zur Firma Syrius in Düsseldorf, wo sie Filme produzierte, unter anderem für Aktion Mensch. Dabei arbeitete sie mit Benedikt J. Sequeira Gerardo zusammen, der damals 17 Jahre alt war und Texte für Projekte wie die Jugendcommunity „respect“ und das 1000-Fragen-Projekt zur Bioethik von Aktion Mensch übersetzte. Später orientierte sich Linnartz beruflich neu und wurde Coach, da ihr bei der Filmproduktion der direkte Bezug zu Gehörlosen fehlte.

Gründung und Einfluss der Gebärdenwerk GbR

Einen bedeutenden Einfluss auf Gebärdensprachvideos hatte die 2003 gegründete Firma Gebärdenwerk. Die Gründer Thimo Kleyboldt, Knut Weinmeister und Ralph Raule, alle gehörlos, brachten fundierte Kenntnisse und Erfahrungen im Hörbehinderten-Bereich mit. Neben Übersetzungen entwickelte und produzierte die Firma Lern- und Lehrmaterialien in Gebärdensprache und wurde schnell Marktführer. Ihr Engagement führte dazu, dass die Bereitstellung von Gebärdensprachvideos bei staatlichen Einrichtungen Pflicht wurde.

yomma und die „Fusion“ mit Gebärdenwerk

2013 gründeten Benedikt J. Sequeira Gerardo und Mathias Schäfer die Firma yomma GbR, die sich im Markt etablierte und oft mit Gebärdenwerk zusammenarbeitete. 2018 „fusionierten“ Gebärdenwerk GmbH und yomma GbR zur yomma GmbH. Aufgrund unterschiedlicher Interessen und Werte entschied sich Benedikt J. Sequeira Gerardo im Herbst 2023, das Unternehmen zu verlassen. Bereits im Dezember 2022 wurde manua gegründet, das sich auf Dolmetschen fokussierte und 2024 auch im Übersetzungsmarkt mitmischt.

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